BR ABENDSCHAU: Die Zukunft des Illerradweges

Seit circa 20 Jahren finden Radfahrer ihn auf der Karte. Vor etwa 10 Jahren ist er in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Und nun gibt es endlich die Antwort auf die zuletzt immer drängendere Frage:"Was wird eigentlich aus dem Illerradweg ?!"

Manchmal sieht er so aus- der Illerradweg bei Hegge . © Antonio Jung/BR Studio Kempten

(lub)- Beim öffentlichen Stammtisch des ADFC Kempten-Oberallgäu skizzierte die „Allgäu GmbH“ als sogenannter „Routenbetreiber“ die Zukunft der  146 km langen Radroute von Ulm nach Oberstdorf.

Eric Siemen und Stefan Storf vom „Geschäftsfeld Rad“ legten Fakten auf den Tisch. Die bis Jahresende 2024 geltende ADFC-Zertifizierung mit vier Sternen läßt sich nicht mehr aufrechterhalten.“Ab 2025 verzichten wir deshalb darauf, den Illerradweg erneut zertifizieren zu lassen,“ so gab  Siemen vor gut zwei Dutzend gespannt lauschender Radinteressierter aus Kempten und Umgebung (Foto s.unten) die Entscheidung der zuständigen Projektgruppe wider. „Unsere alljährliche freiwillige Befahrung des Weges hat ergeben, daß wir durch Mängel bei Oberflächenbeschaffenheit und Wegesbreite(Foto unten) keine vier,sondern nur noch zwei Sterne erreichen können.“ Die schlechtere Bewertung rührt u.a. daher, daß beim ADFC die weitgehend auf dem Illerradweg vorhandene „wassergebundene  Decke“ nur noch als eingeschränkt befahrbar klassifiziert wird:“  "Aus Expertensicht stellen wassergebundene Bauweisen keine empfehlenswerte Alternative dar.". Auch der sich ausweitende Anteil sogenannter „Spurbahnwege“ mit immer schmäleren Nutzungsflächen, viele Schranken und Poller führen zur Abwertung. Storf wies daraufhin, daß die nun übliche digitale Erfassung der Strecke „zwar mehr Transparenz ergibt, gleichzeitig aber die Schwächen auch viel genauer und „wenn man so will ‚gnadenloser‘ wiedergibt!“

Mit zwei Sternen wäre das Marketing nicht mehr attraktiv,weiß man  bei der „Allgäu GmbH“ und ihren Gesellschaftern . Deshalb erfolgt ab 2025 die Fokussierung auf den Charakter des Illerradwegs als „naturnaher Erlebnisradweg“: möglichst Verzicht auf Asphaltierung und keine   Fluß-fernen Alternativstrecken.“Es gibt viele Radfahrer ,die mögen genau das und die kommen extra deswegen an die Iller,“weiß Eric Siemen. Sogenannte „Komfortradler“ dürften sich damit schwer tun, so die Resonanz aus der Zuhörerrunde. Zumal der Sanierungsbedarf des Weges immer größer wird. Schlaglöcher, riesige Wasserpfützen, tiefer Matsch nach den im Allgäu nicht eben seltenen Regenfällen, hochwasserbedingte Auswaschungen, die oft sehr schmale Nutzungsbreite – all das sorgt immer wieder für Frust und Diskussionen. Siemen kann das als „Kümmerer“ für den Weg gut nachvollziehen:“ Den Illerradweg nutzen nicht nur Urlauber ,sondern auch sehr viele Alltagsradler, Anwohner und Berufspendler als kurze,umweltschonende Verbindung.Das sollten die Zuständigen berücksichtigen.“ Er plädiert dafür,den Zustand des Weges an lokalen  Brennpunkten zu verbessern und auszubauen:“Darüber muß in den betroffenen Kommunen auch diskutiert werden!“ Leider zeigte der ausgezeichnete Vortrag von Siemen und Storf mit vielen in der Öffentlichkeit gar nicht oder kaum bekannten Hintergründen , wo dabei das große Problem liegt:

Die Eigentumsverhältnisse und Zuständigkeiten entlang des wegen seiner landschaftlichen Schönheit und außergewöhnlichen  Verkehrssicherheit von Radtouristen aus ganz Deutschland und Allgäuern überaus geschätzten Illerradweges sind überaus kompliziert und komplex und für den Laien nicht zu durchschauen. Neben den Kommunen und Landkreisen mischen auch Wasserwirtschaftämter , die Energieerzeuger  und Privatleute mit. Der ADFC Kempten-Oberallgäu schlug Gespräche mit allen „Playern“ vor, u.U. auch mit den in Immenstadt und Memmingen ansässigen „Global playern aus der Industrie , wo viele Mitarbeiter mit dem Fahrrad diesen Weg nutzen“. Die „Allgäu GmbH“ wäre wohl dabei:“ Der Illerradweg ist und bleibt essentieller Bestandteil der Radregion Allgäu,“ bekräftigte  Eric Siemen . Auch als „naturnaher Erlebnisradweg“: „Wer gern mit Sternen radeln möchte,findet sie auf der Radrunde Allgäu( 4 ADFC-Sterne) oder auf der Schloßparkrunde(5 ADFC-Sterne).“

Stefan Storf wird den Illerradweg jedes Jahr unter die Lupe nehmen und seinen Bericht an die zuständigen Kommunen weiterleiten- mit der Bitte ,Schäden und Mängel zu beheben….

TV-Tipp:Die "BR ABENDSCHAU"  berichtet voraussichtlich am Donnerstag,23.Mai ab 17.30 Uhr über die Situation  beim Illerradweg.

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